{"id":114,"date":"2011-03-14T07:55:43","date_gmt":"2011-03-14T06:55:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.weilicheskann.de.ki\/?p=114"},"modified":"2011-03-14T07:55:43","modified_gmt":"2011-03-14T06:55:43","slug":"ein-neuer-morgen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/weilicheskann.de\/?p=114","title":{"rendered":"Ein neuer Morgen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Ah, verdammt, es f\u00e4ngt schon wieder so an, wie gestern. Mein Wecker klingelt. Und es ist dunkel! Ein Tag der so anf\u00e4ngt kann ja nicht gut werden. Ich versuche das Klingeln zu ignorieren. Vielleicht h\u00f6rt er ja gleich wieder von alleine auf. Ich dr\u00fccke meine Augen zu, in der Hoffnung, dass es bald wieder vorbei ist und ich wieder weiter schlafen kann.<br \/>\nWarum f\u00e4llt mir ausgerechnet jetzt ein Gedicht von Wilhem Busch ein, naja es passt ja schon irgendwie, deshalb rezitiere ich es leise:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Vers\u00e4umt<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Zur Arbeit ist kein Bub geschaffen,<br \/>\nDas Lernen findet er nicht sch\u00f6n;<br \/>\nEr m\u00f6chte tr\u00e4umen, m\u00f6chte gaffen<br \/>\nUnd Vogelnester suchen gehn.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Er liebt es, lang im Bett zu liegen.<br \/>\nUnd wie es halt im Leben geht:<br \/>\nGrad zu den fr\u00fchen Morgenz\u00fcgen<br \/>\nKommt man am leichtesten zu sp\u00e4t.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Irgendwie ist es schon seltsam, dass mir so was in solch einer Situation einf\u00e4llt.<br \/>\n\u201eWillst du nicht den Wecker ausschalten,\u201c spricht eine verschlafene, weibliche Stimme neben mir. \u201eDen habe ich gestern wohl vergessen aus zu stellen. Tut mir leid.\u201c Ich muss tr\u00e4umen. Erst bin ich deutlich \u00fcberrascht, nach wenigen Augenblicken beschlie\u00dfe ich aber den Traum zu genie\u00dfen. Ohne meine Augen zu \u00f6ffnen suche ich nach dem Wecker. Ertaste den Nachttisch, da das k\u00f6nnte der Wecker sein. Haue auf den Wecker. Hilft nichts. Er klingelt weiter. Ich will aber nicht aufwachen. Nehme den Wecker in die Hand und werfe ihn gegen die Wand.<br \/>\n\u201eWarum wirfst du denn dein Handy gegen die Wand.\u201c Die verschlafene, weibliche Stimme, klingt irgendwie am\u00fcsiert. Ein weiblicher K\u00f6per beugt sich \u00fcber mich. Die Welt scheint f\u00fcr einen Moment stehen zu bleiben. Das ist einfach zu sch\u00f6n um wahr zu sein, das muss ein Traum sein. Einen kurzen Augenblick sp\u00e4ter h\u00f6rt der Wecker auf zu klingeln. \u201eSo, mein Lieber, jetzt kannst du noch eine Weile weiter schlafen.\u201c Mit einem Kuss legt sie sich wieder neben mich und schmiegt sich an mich.<br \/>\nWow, was f\u00fcr ein spitzen Traum, hoffentlich wache ich so schnell nicht wieder daraus auf. Blo\u00df nicht aufwachen. Blo\u00df nicht aufwachen! Blo\u00df nicht aufwachen, denke ich mir. Dann schlafe wieder ein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als ich wieder aufwache, ist es bereits Tag. Zumindest scheint die Sonne durch das Fenster. Ich greife neben mich ins Bett. Da ist niemand, also doch nur ein Traum und bl\u00f6derweise bin ich doch aufgewacht. Verdammt! Ich drehe mich um.<br \/>\nMit gro\u00dfem Schrecken stelle ich fest, dass ich nicht in meinem Bett liege. Haupts\u00e4chlich merke ich es daran, dass au\u00dfer mir und dem Bettzeug nichts im Bett liegt, keine alten Kleider, keine alten Pizzaschachteln und auch keine Essensrest. Dies alleine h\u00e4tte aber noch nicht f\u00fcr die Erkenntnis ausgereicht. Doch was mir wirklich auf die Spr\u00fcnge hilft ist die Tatsache, dass das Zimmer in dem sich dieses Bett zu befinden scheint aufger\u00e4umt, ordentlich und sauber ist. Wo bin ich denn hier, was mache ich hier, wie bin ich hier her gekommen und vor allem, wie komme ich hier wieder weg.<br \/>\nVerschlafen und verwirrt setze ich mich auf. In diesem Moment erreicht der Duft von frischem Kaffee meine Nase. Aber noch bevor ich mich dar\u00fcber wunder kann fliegt die Zimmert\u00fcr freudig auf und es erscheint eine engelsgleiche Gestalt mit zwei Kaffeetassen in der Hand. Ich bereite mich schon darauf vor, den Kaffee \u00fcber gesch\u00fcttet zu bekommen und angeschrien zu werden. Doch wird mir lediglich ein freundliches \u201eGuten Morgen, Schlafm\u00fctze, ich habe uns Kaffee gemacht,\u201c zugeworfen. Bis gerade eben dachte ich wirklich, dass meine Verwirrung nicht gr\u00f6\u00dfer werden konnte, aber sie schafft es doch noch einmal mich weiter zu verwirren, in dem sie strahlend erg\u00e4nzt. \u201eIch habe auch schon Br\u00f6tchen in den Ofen geschoben.\u201c Offensichtlich bin ich zum Fr\u00fchst\u00fcck eingeplant.<br \/>\nIch muss tot sein, aber ich erinnere mich nicht gestorben zu sein. Gut, gehen wir einfach mal davon aus, dass ich noch am Leben bin und das ganze hier auch real ist. Das hei\u00dft ich muss jetzt was sagen. Nur nichts bl\u00f6des, sag jetzt nur nichts Bl\u00f6des womit du die Sache kaputt machen w\u00fcrdest. \u201eMeinst du wirklich mich? Oder ist etwa noch jemand da?\u201c Ich schaue mich verwirrt um. VERDAMMT! Jetzt habe ich doch was Bl\u00f6des gesagt, was mache ich nur. Das war ja mal wieder typisch. Wo ist meine Hose, ich muss hier weg.<br \/>\n\u201eAber nat\u00fcrlich meine ich dich. Wenn denn sonst?\u201c<br \/>\nIch wei\u00df nicht was hier los ist, irgendwie macht die Situation mir Angst. Sag etwas nettes, etwas lustig um die Situation zu entspannen. \u201eBin ich etwa todkrank und habe irgendwie deinen Mutterinstinkt geweckt, was zu dieser Mitleidsaktion deinerseits gef\u00fchrt hat?\u201c Arg, was mache ich da nur. Wie komme ich dazu so einen Mist zu verzapfen. Ich reite mich ja immer weiter rein.<br \/>\nAber sie l\u00e4chelt wie die aufgehende Morgensonne, was ihre Sch\u00f6nheit nur noch weiter betont. \u201eAber nein, mein kleiner verwirrter Liebling. Also ich hoffe doch, dass du nicht tot krank bist. Mit Mitleid hat es auf jeden Fall nichts zu tun. Willst du denn deine Kaffee nicht?\u201c<br \/>\nIch nehme ihr eine der Tassen ab und nehme einen Schluck. Wow, der Kaffee ist echt verdammt gut. Irgendwas stimmt hier nicht. \u201eIrgendwas stimmt hier nicht,\u201c h\u00f6re ich mich sagen. Und als ob das nicht reichen w\u00fcrde erg\u00e4nze ich das Ganze noch. \u201eIch meine schaue mich doch mal an, ich bin ja nicht gerade das, was man als sch\u00f6n bezeichnen w\u00fcrde und s\u00fc\u00df bin ich auch nicht wirklich. Du dagegen siehst aus wie ein wundervoller, bezaubernder Engel, mit einem L\u00e4cheln das die dicksten Wolken vertreiben kann und die Sonne aufgehen l\u00e4sst. Also wenn ich nicht tot bin und das Ganze auch nichts mit Mitleid zu tun hat, was ist das ganze hier? Und vor allem, wie komme ich \u00fcberhaupt hier her? Wo bin ich denn eigentlich? Wer bist du denn und \u00fcberhaupt, welchen Tag haben wir denn heute?\u201c Mist, Mist, Mist! Warum schaffe ich es einfach nicht meine Klappe zu halten. Ist das denn so schwer? Warum muss ich dann alles kaputt machen. Doch scheint sie das alles weder zu \u00fcberraschen, noch in irgendeiner Form abzuschrecken oder gar zu erschrecken. Irgendwas stimmt hier nicht.<br \/>\nSie lacht laut auf. Nicht b\u00f6se. Mehr so wie man \u00fcber etwas lacht, dass man zwar erwartet, aber nicht daran geglaubt hat. Es ist ein Lachen, dass einem sagt, alles wird gut. Irgendwas stimmt hier nicht. Ich habe Angst und bin verwirrt. Und diese Frau ist echt verdammt sch\u00f6n, wie sie sich so neben mich auf das Bett setzt gen\u00fcsslich von ihrem Kaffee trinkt. Mir aufbauend auf den Oberschenkel klopft, mich anl\u00e4chelt und mir sagt: \u201eIch habe ja wirklich nicht daran geglaubt als du es mir erz\u00e4hlt hast, aber scheint wohl wirklich so zu sein. Also gut dann erkl\u00e4re ich es dir.\u201c<br \/>\nIch kann gar nicht mehr beschreiben wie verwirrt ich bin. Aber jetzt bin ich gespannt was sie mir erz\u00e4hlen wird.<br \/>\nWas sie mir nun erz\u00e4hlt ist erst mal so unglaublich, dass ich gar nicht wei\u00df wie ich damit umgehen soll. Scheinbar ist sie wohl schon seit ein paar Wochen meine Freundin. Noch bevor ich sie fragen kann wie es dazu kam, da ich wenn wir mal ehrlich sind, nicht gerade der Sch\u00f6nste bin und auch ungef\u00e4hr so weit von S\u00fc\u00df entfernt bin, wie Dieter Bohlen von gutem Musikgeschmack, dr\u00fcckt sie mir einen Zettel in die Hand.<br \/>\n\u201eIch h\u00e4tte ja nie gedacht, dass du das ernst meinst, aber diese Nachricht sollte es dir erkl\u00e4ren. Zumindest hast du mir das so gesagt.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Hallo ich,<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>glaube ihr. Sie hat vollkommen Recht. Sie ist deine Freundin, das hei\u00dft aber auch, dass du ihr Freund bist.<br \/>\nDas du dich gerade nicht an die letzten Wochen erinnern kannst, liegt an deinem zu gro\u00dfen Alkoholkonsum gestern. Aber sie wei\u00df Bescheid. Es ist leider auch nicht das erste Mal, dass uns so etwas passiert. In ein paar Tagen kommt alles wieder.<br \/>\nZum Schluss noch zwei Sachen. Erstens, das Ganze hat nichts mit Aliens zu tun. Und Zweitens, was noch viel wichtiger ist: H\u00f6re auf bl\u00f6de Fragen zu stellen und freue Dich \u00fcber das ganze! In ein paar Tagen wirst Du es verstehen.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Liebe Gr\u00fc\u00dfe<br \/>\nDu<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDas ist ja tats\u00e4chlich meine Handschrift.\u201c Stelle ich erstaunt fest. \u201eAber wenn dem so ist\u2026 gut. Wer bin ich denn mir selbst zu Wiedersprechen.\u201c<br \/>\nDanach kann ich mich nur noch an einen langen und innigen Kuss erinnern.<br \/>\nWas danach folgte war einfach nur ein wundervolles, w\u00e4rmendes und erf\u00fcllendes Gef\u00fchl von Gl\u00fcck.<\/p>\n<\/p>\n<div class='wp_likes' id='wp_likes_post-114'><a class='like' href=\"javascript:wp_likes.like(114);\" title='' ><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/weilicheskann.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/like_great.gif\" alt='' border='0'\/><\/a><span class='text'>Be the first to like.<\/span><\/p>\n<div class='like' ><a href=\"javascript:wp_likes.like(114);\"><\/a><\/div>\n<div class='unlike' ><a href=\"javascript:wp_likes.unlike(114);\">Unlike<\/a><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ah, verdammt, es f\u00e4ngt schon wieder so an, wie gestern. Mein Wecker klingelt. Und es ist dunkel! Ein Tag der so anf\u00e4ngt kann ja nicht gut werden. Ich versuche das Klingeln zu ignorieren. 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