{"id":441,"date":"2011-05-30T08:08:26","date_gmt":"2011-05-30T06:08:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.weilicheskann.de.ki\/?p=441"},"modified":"2011-05-30T08:08:26","modified_gmt":"2011-05-30T06:08:26","slug":"erlebnisse-im-bademantel","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/weilicheskann.de\/?p=441","title":{"rendered":"Erlebnisse im Bademantel"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Ich werde aufgewacht. Eine halbe Stunde vor meinem Wecker. Wie ihr euch denken k\u00f6nnt, ist es nicht der Wecker, welcher mich weckt. Nein leider sind es Handwerker, die am Balkon der Nachbarwohnung, neben meinem offenen Schlafzimmerfenster mir der Schlagbohrmaschine arbeiten. Jetzt wei\u00df ich auch wof\u00fcr das Ger\u00fcst am Haus gedacht ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gut, wenn ich schon mal rechtzeitig wach bin, dann kann ich ja auch die Zeit nutzen um zu fr\u00fchst\u00fccken. Mit einem dr\u00f6hnenden H\u00e4mmern im Kopf schleppe ich mich in Halbschlaf zur K\u00fcche. Nach dem Gang in die K\u00fcche stelle ich fest, dass ich immer noch keinen Kaffee habe und Brot auch wunderbar als Backstein durchgehen k\u00f6nnte. Na dann wird es eben mit dem Fr\u00fchst\u00fcck mal wieder nichts.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann eben zumindest duschen um wenigstens irgendwie wach zu werden. Im Bad angekommen stelle ich mich unter die Dusche, drehe das Wasser auf, schaue nach oben und freue mich schon auf das Wasser. Doch leider bleibt es bei meiner Vorfreude. Aus dem Duschkopf kommen lediglich drei Wassertropfen. Tief durchatmend schl\u00fcpfe ich wieder in meinen Schalfanzug und ziehe mir meinen Bademantel \u00fcber. Mit dem Telefon bewaffnet begebe ich mich ins Treppenhaus, dort h\u00e4ngt die Nummer des Hausmeisters.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So stehe ich nun in Bademantel und Hausschuhen im Treppenhaus und habe weder Geldbeutel, noch Handy oder Schl\u00fcssel dabei. Verdammt! Und die Wohnungst\u00fcr ist zu. Da ich in meinem Telefon keine Nummern eingespeichert habe, kann ich gerade au\u00dfer dem Hausmeister auch niemanden anrufen. Gut gemacht. Und jetzt?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Gl\u00fcck habe ich bei Freunden einen Ersatzschl\u00fcssel deponiert. Leider wohnen die am anderen Ende der Stadt. Aber was will man machen. Ich schalte mein Telefon aus, da es mir gerade ohne hin nichts n\u00fctzt und mache mich auf den Weg zur n\u00e4chsten Stra\u00dfenbahnhalte stelle. Dort angekommen muss ich zwar nicht lange, aber dennoch l\u00e4nger als erwartet auf die Stra\u00dfenbahn warten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Daf\u00fcr muss ich in der Bahn nicht lange warten, bis ich von einem netten Herrn angesprochen werde. \u201eGuten Tag! Die Fahrscheine bitte!\u201c Doch war dies nicht als nette Aufforderung gedacht. Dies war viel mehr ein Befehl, der Kontrolleur erwartete, dass ich sofort aufsprang und meine nicht vorhandene Fahrkarte z\u00fcckte. Da ich dies nicht konnte, versuchte ich ihm meine Situation zu erkl\u00e4ren. Irgendwie glaube er mir nicht, auch der Umstand, dass ich einen Bademantel trug, unterstrich meine Glaubw\u00fcrdigkeit leider nicht. Auf jeden Fall forderte mich der nicht mehr ganz so nette Herr auf, ihm meinem Ausweis zu geben. Da ich dies aus offensichtlichen Gr\u00fcnden aber nicht konnte wurde noch unnetter. Scheinbar glaubte er mir immer noch nicht, daf\u00fcr bat er mich aber gemeinsam mit seinen Freunden vor die T\u00fcr. Da vier gegen einen echt unfair ist ich auch keine Lust hatte, meinen neuen Bademantel ein zu sauen, folgte ich der dezenten Aufforderung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So stand ich nun mit vier Menschen an einer Stra\u00dfenbahnhaltestelle mitten in der Stadt in meinem Bademantel und wurde von ihnen mit nicht gerade netten oder erfreuten Blicken durchbohrt, w\u00e4hrend wir, wie mir gesagt wurde, auf die Polizei warteten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach unendlich langen und unz\u00e4hlbar vielen Momenten fuhr auch ein dezentes silber-blaues Autor vor, aus welchem zwei auch nicht ganz nette Menschen stiegen, welche mich freundlich baten, zu ihnen in ihr Auto zu steigen, ich solle sie zur amtlichen Personenfeststellung begleiten. Irgendwie fanden sie meine \u00c4u\u00dferung, dass meine Mutter mir verboten habe, zu Fremden ins Auto zu steigen, nicht ganz so am\u00fcsant wie ich gehofft h\u00e4tte. Daf\u00fcr fragten sie mich aber, ob ich etwas getrunken h\u00e4tte und ich bereit w\u00e4re einmal in ein R\u00f6hrchen zu pusten. Da ich aber noch nicht einmal ein Kaffee getrunken hatte und ich dies den lieben Polizisten auch mitteilte, sowie, dass ich es deshalb auch nicht f\u00fcr n\u00f6tig hielte, in das R\u00f6hrchen zu pusten, durfte ich die n\u00e4chsten Stunden auf dem \u00f6rtlichen Polizeirevier verbringen. \u00dcber die dortigen Vorg\u00e4nge m\u00f6chte ich lieber schweigen. Nur einen Tipp m\u00f6chte ich euch geben, solltet ihr zum wiederholten Male von einem Schutzmann gefragt werdet, ob ihr etwas getrunken habt, hilft es wenige, wenn ihr antwortet: Nur drei Wachtmeister Herr J\u00e4germeister.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als ich endlich wieder auf freiem Fu\u00df war, noch immer ohne Geldbeutel, Handy oder Schl\u00fcssel, machte ich mich auf den Weg zu meinen Freunden. Nach dem nun schon fast Abend war, m\u00fcsste dort auch schon jemand zuhause sein. Nach dem das mit der Stra\u00dfenbahn nicht geklappt hatte, machte ich mich zu Fu\u00df auf den Weg.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dort angekommen, habe ich auch tats\u00e4chlich jemanden angetroffen. Das Angebot, feiern zu gehen, musste ich leider ablehnen, da ich ja immer noch im Bademantel war und keinen Geldbeutel dabei hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So hatte ich endlich meinen Schl\u00fcssel errungen, war aber immer noch in der misslichen Lage weder Geldbeutel noch Handy zu haben. Da das heute Morgen schon nicht mit der Stra\u00dfenbahn geklappt hatte beschloss ich, es lieber sein zu lassen und diesmal gleich auf Schusters Rappen nach Hause zu reiten. Dabei lernte ich immerhin eine wichtige Lektion: Meine Hausschuhe sind zuhause echt super angenehm, aber sie eignen sich nicht um weite Strecken zu laufen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zuhause angekommen, hatte ich immer noch kein Wasser, erfuhr aber, dass dies Problem wohl das ganze Haus betraf. Allerdings liege der Fehler nicht bei uns im Haus, sondern bei den Stadtwerken. Aber immerhin sollte es bald wieder flie\u00dfen. Das tat es vor kurzem endlich auch wieder.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und jetzt? Nun ja, ich sitze gerade bei Tee im Bademantel da und warte darauf, dass die Welt besser wird.<\/p>\n<\/p>\n<div class='wp_likes' id='wp_likes_post-441'><a class='like' href=\"javascript:wp_likes.like(441);\" title='' ><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/weilicheskann.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/like_great.gif\" alt='' border='0'\/><\/a><span class='text'>Be the first to like.<\/span><\/p>\n<div class='like' ><a href=\"javascript:wp_likes.like(441);\"><\/a><\/div>\n<div class='unlike' ><a href=\"javascript:wp_likes.unlike(441);\">Unlike<\/a><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich werde aufgewacht. Eine halbe Stunde vor meinem Wecker. Wie ihr euch denken k\u00f6nnt, ist es nicht der Wecker, welcher mich weckt. Nein leider sind es Handwerker, die am Balkon der Nachbarwohnung, neben meinem offenen Schlafzimmerfenster mir der Schlagbohrmaschine arbeiten. 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